Pflege der Bäume an der Schillerallee

Die Schillerallee ist eines der neun Hohenemser Naturdenkmäler. fotos: tf

Die Schillerallee ist eines der neun Hohenemser Naturdenkmäler. fotos: tf

Ältere, kranke oder beschädigte Bäume müssen immer wieder entfernt werden.

Hohenems. (tf) Die Bäume der Schillerallee werden jährlich vom städtischen Forstbetrieb auf ihre Sicherheit durch herabfallende Äste, aber auch auf ihre Stand- und Bruchsicherheit überprüft und sind im digitalen Baumkataster erfasst.

Wenn nötig werden auch Pflegemaßnahmen ergriffen. Ältere, kranke, aber auch durch Fremdeinwirkung beschädigte Bäume müssen immer wieder entfernt werden. Nun müssen wieder zwei Bäume, eine Rosskastanie auf Höhe der Schillerallee 12, und eine Ulme im Bereich Mühlgasse, entfernt werden. Die Rosskastanie ist am Stammfuß vom Krustenbrandpilz befallen, weiters sind entlang des Stammverlaufes Spannungsrisse erkennbar. Bei der Ulme bildeten sich im oberen Stammbereich Faulstellen, wobei die Fäulniserreger immer tiefer in den Stamm eindringen. Die statische Sicherheit ist nicht mehr gewährleistet und bildet daher ein hohes Gefahrenpotenzial der angrenzenden Objekte, vor allem aber für Passanten.

Die durch das Entfernen entstehenden Bestandslücken werden umgehend zum Beginn der Vegetationsperiode mit heimischen Baumarten nachgepflanzt. Die Stadt warnt selbsternannte Baumpfleger davor, an angrenzenden städtischen Bäumen in der Schillerallee herumzuschneiden, weil diese nicht-fachkundigen Eingriffe in fremdes Eigentum oft zu irreparablen Schäden führen. Derlei unfachmännische Eingriffe durch Dritte an fremdem Eigentum werden künftig geahndet, heißt es abschließend.

Schon 1992 befürwortete Walter Krieg (Naturschau) eine Unterschutzstellung der Schillerallee als Naturdenkmal. Erst sieben Jahre später erfolgte dann auf Anregung des Kulturkreises die Ausweisung als Naturdenkmal.

Im 19. Jahrhundert angelegt

Die Schillerallee dürfte im späten 19. Jahrhundert unter Graf Maximilian Waldburg-Zeil, einem Großonkel des jetzigen Schlossbesitzers Franz ­Josef Waldburg-Zeil, angelegt worden sein, so ­Siegfried Fulterer, der schon 1988/89 als städtischer Förster auf eine Unterschutzstellung des früheren gräflichen Spazierweges drängte. Seitens der Stadt bemühte man sich 1991/92, die Allee nach dem Natur- und Landschaftsschutzgesetz unter Naturschutz zu stellen. Damals stellte Krieg in seinem Gutachten die Schutzwürdigkeit dieser größten Lindenallee des Landes wegen ihrer „hohen heimat- und volkskundlichen Bedeutung“ fest. Erst nach einer Änderung des Naturschutzgesetzes ergab sich dann die Möglichkeit, die 1955 von Waldburg-Zeil erworbene Schillerallee zum Naturdenkmal zu erklären. Die Initiative ging vom Kulturkreis aus, der die Allee als „einmaliges Ensemble innerhalb Vorarlbergs, als ortsbildprägendes Element sowie als alten Baumbestand mit hohem ästhetischem Wert als schützens- und erhaltenswert“ charakterisierte.

<p class="caption">Günter Mathis will „unfachmännische Eingriffe“ künftig ahnden.</p>

Günter Mathis will „unfachmännische Eingriffe“ künftig ahnden.

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