Literatur zum Erlebnis machen

Die Juroren wurden zufällig aus dem Publikung ausgewählt.

Die Juroren wurden zufällig aus dem Publikung ausgewählt.

Dritte Auflage des „wortgewalTiK“ am Dornbirner Jahnplatz ausverkauft.

Dornbirn. (etu) Lukas Wagner kreierte 2011 das Slamlabor, ein Netzwerk für Poetry-Slam-Künstler von Salzburg bis Vorarlberg. „Slamlabor begleitet junge Poeten auf ihrem rhetorischen Erfolgsweg und betreut sie durch die Integration in das Slamlabor-Netzwerk, vermittelt Künstler weiter und bietet Menschen aller Art durch eigene Events die Möglichkeit, ihrer Meinung eine Reichweite zu schenken“, so Wagner.

Vergangenes Wochenende wurde im TiK am Jahnplatz zum dritten „wortgewalTiK“ geladen. Dabei wurde für ein internationales, deutschsprachiges Line-Up gesorgt. Was Poetry Slam in Vorarlberg angeht, gab sich der Organisator bescheiden, denn nur ein Format am Dornbirner Spielboden ist etwas größer. „I know it’s Spielboden first, but can we say TiK second?“, scherzte er gleich zu Beginn. Und so zogen sich weitere Parodien über den US-amerikanischen Präsidenten durchs ganze Programm: „You will love it!“

Fünf Juroren, fünf Slamer

Nach der Begrüßung im vollem Saal wurden zunächst fünf zufällige Juroren im Publikum erkoren. Ko-Moderator Peter Fitz spielte dieses Mal das „Opferlamm“, um die Gäste einzustimmen. Grischa Röbke machte dann den Aufakt zum literarischen Wettstreit in Dornbirn. In seinem sechsminütigen Beitrag ging es um einen wahnwitzigen Monolog über das Nervenzentrum eines Mannes, wenn er eine hübsche Frau begegnet. Maurice Massari (Mo), ist eigentlich für seine derben Texte bekannt. Dieses Mal ging er mit zwei Kunstfiguren, Klaus und Elfriede, auf Tuchfühlung – leider ohne Happy End. Als wahrer Wortkünstler zeigte sich dieses Mal „J-Man“. Fernab von seinen Jesusgeschichten überzeugte er mit Wortspielen zur Musikszene mit dem Warnhinweis: „Hört keine klassische Musik zum Schlafengehen!“ Als Viertes stand die Tirolerin Katharina Laimer (Darling) auf der Bühne. Sie erzählte über ihre disney-verseuchte Kindheit und den großen Wunsch ihren Traummann kennenzulernen. Überraschend war dann auch der DJ des Abends – Benni Warmuth – der wegen krankheitsbedingten Ausfällen ebenso im Line-Up stand: „Vorurteile verzehren uns Menschen“, meinte er in seinem Text über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Spannendes Finale

Humor schien bei den Juroren besonders Anklang zu finden. So zogen schließlich Röbke und Massari knapp ins Finale des poetischen Abends. Grischa Röbkes letzter Text „Dorftinder“ war über die Risiken der Verkupplungsaktionen gewidmet, vor allem dann „wenn die Alarmglocken schlagen“. „Dann fragt meine Kollegin mich noch: ‚Und was hältst du von ihr?’ – Möglichst viel Abstand!“ Gewinner des Abends wurde letztlich Maurice Massari mit einer textlichen „Fuge“, diese kennzeichnen sich dadurch, dass sie wiederholende Muster aufweisen. „Ein Schmetterlingsflügelschlag schlägt in den Wind“ erzählt vom Bösen, welches in jedem Menschen schlummert und versuchen würde, die Macht zu ergreifen. Gerade stimmlich war diese Finale Einlage erstaunlich. Auch der Veranstalter zeigte sich beeindruckt: „Das Ziel unserer Reihe – Sprachkunst authentisch zum Erlebnis zu machen – wurde heute Abend wieder übertroffen. Das Feedback zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.“

Der nächste Termin der „poetischen Wissentschafter“ des Slamlabors ist am 18. März auf der Kulturbühne Ambach.

<p class="caption">Auch die dritte Auflage von „wortgewalTiK“ in Dornbirn sorgte für große Begeisterung. fotos: etu</p>

Auch die dritte Auflage von „wortgewalTiK“ in Dornbirn sorgte für große Begeisterung. fotos: etu

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