Mit Leutbühelsanierung wird es ernst

So stellen sich die Planer den neuen Leutbühel vor. Animation Büro Wimmer+Armellini

So stellen sich die Planer den neuen Leutbühel vor. Animation Büro Wimmer+Armellini

Planungsvergaben für Quartiersentwicklung Leutbühel und Mariahilf im März.

BREGENZ. (Fst) Das Projekt Seestadt wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Davon unabhängig wird aber die Quartiersentwicklung Leutbühel und Mariahilf vorangetrieben. Zur Zeit laufen die Verfahren zur Vergabe der Planungsaufträge. Noch im März sollte dann der Stadtrat den Planungsauftrag vergeben. Bis Ende dieses Jahres könnte ein Umsetzungsvorschlag für den Leutbühel vorliegen, der dann im nächsten Jahr umgesetzt wird.

Viel Potenzial in Bregenz

Laut einer Infrapool-Analyse aus dem Jahr 2011 zählt die Bregenzer Innenstadt zu den zehn bestfrequentierten Innenstädten in Österreich. Die Studie ergab auch, dass die Gästefrequenz vor allem dort stimmt, wo eine wirtschaftliche Stadterneuerung erfolgt. Der Bregenzer Stadtrat reservierte bereits 2011 25.000 Euro für die Quartiersentwicklung rund um den Leutbühel.

Ein breit angelegtes Bürgerbeteiligungsverfahren mündete schließlich im Vorjahr in einem Architekturwettbewerb, der vom Büro Wimmer-Armellini gewonnen wurde.

Begegnungszone

Dieser Plan sieht eine großzügige Begegnungszone vor, die auch Teile der Römer-, Kirch-, Rathaus- und Anton-Schneider-Straße umfasst. Mit dieser Begegnungszone verbunden ist auch die einheitliche Gestaltung der Straßen­oberflächen. Ein Hain mit zehn Bäumen und Sitzbänken am Leutbühel soll mit einladender Atmosphäre zum Verweilen animieren. Der historische Brunnen vor der „Medusa“ rückt in der Planung des Architekturbüros mehr in die Platzmitte, neue Arkaden entlang des GWL in der Römerstraße und eine neue Eingangspassage, die das GWL zur Hauptstraße hin öffnet, soll die Römerstraße in Verbindung mit der Begegnungszone attraktiver machen. Wegfallen sollen die Parkplätze vor dem GWL.

Eine vorgeschlagene Fußgängerzone in diesem Bereich der Römerstraße scheitert daran, dass die Oberstadt und das Gebiet bis hinauf zum Mildenberg über die Thalbach- und Kirchstraße an das Bregenzer Straßennetz angebunden sind. Zudem erfolgt die Zufahrt zu privaten Parkplätzen und einer großen privaten Tiefparkgarage ebenfalls über die untere Kirchstraße. Der Entwicklungsprozess für die Neugestaltung des Leutbühels war alles andere als einfach, befinden sich doch ein Großteil der 109 Gebäude in Privatbesitz. Fast zwei Drittel der Gebäudenutzflächen stehen für Wohnen zu Verfügung, was eine Belebung nicht einfacher macht. In 39% aller Gebäude sind Einzelhandelsgeschäfte untergebracht, ergab eine CIMA-Studie und in 20 Prozent befinden sich Gastronomiebetriebe. Zum Zeitpunkt der Studie gab es rund um den Leutbühel 78 Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von knapp 10.300 m2 sowie 23 Gastronomiebetriebe mit insgesamt 1275 Sitzplätzen in der Gaststube und 395 Sitzplätzen an der frischen Luft (alle Daten einschließlich GWL). Viel Potenzial, das genutzt werden kann. Bgm. Markus Linhart ist zuversichtlich, dass die Umsetzung der Leutbühelplanungen bereits 2018 erfolgen kann.

Beschlüsse im März

„Die Quartiersentwicklung Mariahilf und Leutbühel wurden die letzten Jahre in intensiven Prozessen weiterentwickelt und vorangetrieben“, so die zuständige Stadträtin und Vizebgm. Sandra Schoch. „Nachdem die Grundsatzbeschlüsse für die beiden Quartiersentwicklungen  bereits im Herbst erfolgt sind, wird es nun im März die Beschlüsse zu den Planungsvergaben geben. Die Quartiersentwicklung in Mariahilf bedeutet für das Quartier mit einer der höchsten Einwohner­anzahl einen wichtigen Schritt zu mehr Lebensqualität und eine Belebung des Quartiers. Die Quartiersentwicklung Leutbühel bedeutet eine weitere Verkehrsberuhigung im Zentrum der Stadt und auch hier eine Attraktivierung des Ortskernes aus Sicht der Wirtschaft und der hier lebenden Bevölkerung.

Auch Baustadträtin Ingrid Hopfner zeigt sich über Vergabe der Planungsaufträge noch im März erfreut. „Bei den Quartiersentwicklungen Mariahilf und Leutbühel wurden durch die rege Bürgerbeteiligung der Charme, die Stärken, aber auch die Schwächen des jeweiligen Quartieres aufgezeigt. Gemeinsam mit den Experten, den Planern und der Verwaltung ist es gelungen, viele Ideen, Maßnahmen und daraus folgende Konsequenzen herauszuarbeiten. Derzeit wird mit der vorbereitenden Detail- und Polierplanung eines Teilbereiches jedes Quartiers der nächste Schritt eingeleitet.“

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