Aus dem Bericht der Stadtpolizei.

Obdachlos

Nicht jeder kann sich glücklich schätzen, ein Dach über dem Kopf zu haben und die Nacht in einem Bett verbringen zu dürfen. Unterschlupfmöglichkeiten, wie beim Musikpavillon, der „Schnecke“ bei der Bahnhofsüberführung oder der Steg zum Hallenbad werden nicht nur von Notreisenden aus Rumänien zum Übernachten aufgesucht und daher von der Polizei regelmäßig kontrolliert. Recht unwirsch reagierte ein betagter Obdachloser, als er wenige Minuten vor sieben Uhr morgens beim Hallenbad aus seinen Träumen gerissen wurde. Der Niederösterreicher, immerhin bereits im 80. Lebensjahr, zeigte sich angesichts des „Weckdienstes“ „ungehalten“ und „uneinsichtig“ und wurde angezeigt.

Zehn Minuten

In zehn Minuten kann vieles geschehen. Börsen können crashen, „in Peking kann ein Radl umfallen“ (Franz Beckenbauer 1986) und in Bregenz kann gar ein Fahrrad in dieser kurzen Zeitspanne verschwinden. Diese Erfahrung musste ein junger Mann machen. Sein ganzer Stolz war ein wunderschönes Fahrrad, das er nur zehn Minuten lang vor dem Interspar-Markt abgestellt hatte. Ob der kurzen Zeitspanne, verzichtete er auch darauf, es abzusperren. Das musste er wenig später bitter büßen. Denn als er wieder zurückkehrte, war das Rad verschwunden. Die Hoffnung des Jünglings beruht nun darauf, dass es eventuell einen Zeugen gibt, der ihm wieder zu seinem Jugendsportrad verhelfen kann.

„Maut“ für Abkürzung

Wer sich auf der Fahrt vom Bahnhof zur Montfortstraße die Seestraße ersparen möchte, macht es wie der Stadtbus: Über die St.-Anna-Gasse und Weiherstraße weicht man zwei Ampelanlagen aus und kommt meist schneller ans Ziel. Meist, aber keineswegs immer, denn zeitweise überwacht die Stadtpolizei das Fahrverbot – ausgenommen Linienbusse – und dann ist der Zeitgewinn dahin, denn die Überprüfung der Fahrzeugpapiere und des Führerscheins sowie das Ausstellen eines Organmandats kostet wertvolle Zeit und dazu noch Bares. Manche Autofahrerin sieht in dem Organmandat gar einen Wegzoll, wie damals zu Zeiten der Raubritter. Diesen bösen Verdacht weisen die Beamten der Stadtpolizei zurück. „Wir werden tätig, weil sich die Anrainer über den Durchzugsverkehr beschweren“. Und gar so wenige sind es nicht, die die Abkürzung nehmen. Unlängst wurde 90 Minuten lang kontrolliert und 40 Organmandate kassiert sowie zwei Anzeigen geschrieben.

Zwist bei
Geschwistern

Mit dem berühmten Bruderzwist im Hause Habsburg von Franz Grillparzer hat dieses Stück nur die fünf Akte gemeinsam: Der 1. Akt liegt schon einige Zeit zurück. Damals hatte das Brüderchen seine Lieblingsschwester so geschlagen, dass dieser erste Akt ein Nachspiel hatte. Im 2. Akt des Dramas bekam die Schwester einige „Watsch’n“ ab – dieser zweite Akt ging allerdings nicht in die Polizeiannalen ein, weil die gutmütige Schwester auf eine Anzeige verzichtete. Im 3. Akt spitzte sich die Situation zu: Die Schwester suchte für sich und für ihre Freundin eine gemeinsame Wohnung, was offensichtlich dem Bruder missfiel. Er suchte (im 4. Akt) seine Schwester auf, und es entspann sich ein verbaler Gedankenaustausch, der so ausartete, dass die Schwester Schlimmes befürchtete und (5. Akt) die Polizei zuhilfe rief. Dieser gelang es, den schief hängenden Haussegen wieder gerade zu richten, indem die Beamten den Bruder aus der Wohnung wiesen und ein Betretungsverbot erließen. An dieses Betretungsverbot hat sich der Bruder übrigens bis heute gehalten.

Racheakt

In der Nähe des Sozialzentrums Mariahilf hatte ein Mann seinen schönen, schwarzen Pkw abgestellt. Der nächste Morgen begann aber mit gehörigem Ärger: Ein tiefer Kratzer von der Fahrertüre bis zum hinteren Kotflügel verdarb ihm die gute Laune. Als er dann noch den Scheibenwischer betätigte, flitzen nicht nur zwei Wischerblätter über die Windschutzscheibe, sondern an ihnen baumelten auch noch zwei Hundekot-Säckchen. Damit war aber schon der allerletzte Rest der guten Laune im wahrsten Sinne des Wortes wie „weggewischt“. Der Geschädigte vermutet einen Racheakt. Eine Vermutung, die auch von der Polizei geteilt wird.

Wie man in den Wald . . .

. . . hineinruft so schallt es heraus. Im Kontakt mit Polizeibeamten etwa kommt es keineswegs gut an, wenn man die Uniformträger mit der Frage beschäftigt, ob sie wirklich nichts Besseres zu tun hätten, als einem just jetzt zu kontrollieren und nach dem Führerschein zu fragen. Vor allem dann, wenn man eben dieses Dokument gerade nicht dabei hat, was ja durchaus vorkommen kann und normalerweise auch mit einem Organmandat „gerichtet“ werden kann. Stellt man aber solche unnötigen Fragen, dann folgt als „Echo“ meist eine genauere Kontrolle. Im gegenständlichen Fall kam auch auf die Frage nach dem Pannendreieck keine befriedigende Antwort. Eine Antwort jedenfalls wird von der Bezirkshauptmannschaft kommen und die wird teuer, denn der etwas ungehaltene Autofahrer wurde angezeigt – das hätte er mit etwas diplomatischerem Verhalten vermeiden können.

Falschparker

Im Festspielhaus wurde ein Maturaball gefeiert. getanzt und gefeiert und viele, viele, waren gekommen. Etwas mehr, als reguläre Parkplätze zur Verfügung standen. Besucher aus Dornbirn hatten dieses Ballproblem auf ihre Weise klug gelöst und einen Mitternachtsbus bestellt, der sie sicher nach Hause bringen sollte. Der Landbus stellte für diesen heiklen Transport einen Gelenkbus samt geschultem Fahrer zur Verfügung. Und dieser Fahrer manövrierte den langen Bus auch mit viel Geschick trotz der zahlreichen gedankenlos abgestellten Autos bis vors Festspielhaus. Als die Fahrgäste eingestiegen waren, versuchte der Fahrer, den Bus wieder auf dem gleichen Weg, auf dem er gekommen war, zurückzuschieben. Wer jemals selbst einen Gelenkbus gefahren ist, weiß, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Gelenkbus im Retourgang durch einen Slalom-Parcours geht. Als der Bus so richtig feststeckte, wurde die Polizei um Hilfe gebeten. Die Beamten lotsten den Bus – jetzt im Vorwärtsgang – vom Festspielhaus durch die Seeanlagen bis zum Bahnschranken beim Milchpilz.

Am Rückweg „kümmerten“ sich die Polizisten um die Falschparker rund ums Festspielhaus. Einige Autofahrer hatten ihren Pkw so abgestellt, dass sie den ganzen Busparkplatz bei der ehemaligen Remise blockierten. Mit Durchsagen im Ballsaal konnten diese Autofahrer schließlich ausfindig gemacht werden. 20 weitere vorschriftswidrig abgestellte Fahrzeuge wurden mit einem Zahlschein hinterm Scheibenwischer bedacht.

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