Skipiste/Straße erfolgreich entflochten

Neue Trasse samt 45 Meter langem Tunnel haben Problemzone elegant ausgemerzt.

Damüls. (VN-stp) Erfolgreich bestanden hat ein aufwendiges Projekt in Damüls seine Feuertaufe: die neue, rund 500 Meter lange Zufahrt zum Hotel „Walisgaden“ mit einem 45 Meter langen Tunnel unter der Skipiste.

30 Jahre darum bemüht

Gut Ding braucht Weile – selten einmal bewahrheitet sich dieses Sprichwort so sehr wie hier, denn rund 30 Jahre wurde geplant und diskutiert, bis im Frühjahr 2016 endlich zur Tat geschritten werden konnte, um eine zeitgemäße Zufahrt zu einem Hotel zu schaffen, das Winter für Winter für „straßengebundene“ Fahrzeuge nicht erreichbar war.

Und für Pistenfahrzeuge – Skidoos mit angehängten Schlitten oder Pistenwalzen – war es ein nicht ungefährliches Unterfangen, bei An- und Abreise Gepäck und Personen rund einen halben Kilometer auf der Skipiste zu transportieren.

Jedes Mal ein Chaos

Als die Familie Straßhofer 1932 das schlichte Berghaus „Walisgaden“ erwarb, konnte niemand absehen, wie sich der Tourismus – vor allem der Skisport – in der Walsergemeinde Damüls entwickeln würde. Auch als vor mehr als einem halben Jahrhundert die ersten Lifte und Seilbahnen gebaut wurden, ahnte niemand, dass daraus eine existenzbedrohende Situation für das Berghaus, das Schritt für Schritt zu einem Top­hotel ausgebaut wurde, werden könnte.

„Einschließlich der Nebengebäude verfügen wir über rund 80 Betten – bei An- und Abreise müssen dabei oft pro Tag mehr als 100 Gepäckstücke auf den Berg bzw. hinunter transportiert werden“, schilderte Seniorchef Hans-Peter Straßhofer im vergangenen Sommer bei einem Lokalaugenschein auf der Baustelle die unhaltbare Situation, die „jedes Mal zu einem Chaos führt, das zudem nicht ungefährlich ist, weil ja der Gepäcktransport mitten im Skibetrieb erfolgt.“

Positive Erfahrungen

Jetzt sind seit Saisonbeginn Skipiste und Hotelzufahrt vollkommen entflochten – und Skifahrer wie Hotelier bzw. Hotelgäste sind mit den seither gemachten Erfahrungen vollauf zufrieden, zumal mit einer doppelstöckigen Tiefgarage für rund 50 Fahrzeuge auch das Parkplatzproblem nachhaltig gelöst werden konnte.

Sanfter Druck der Gemeinde

Diese Tiefgarage war denn auch der Schlüssel zur Lösung des Straßenproblems. „Wir haben viele Jahre lang um die Straße gekämpft, haben Varianten diskutiert, mit den Betroffenen verhandelt – es schien lange keine Lösung zu geben“, blickt Seniorchef Straßhofer auf die vergangenen Jahrzehnte zurück, in denen sich das Problem immer mehr vergrößerte.

„Für die mit ihrem Auto anreisenden Gäste waren wir schlicht und ergreifend nicht erreichbar. Die Pkw mussten auf halber Strecke zum Hotel auf einem improvisierten Parkplatz abgestellt werden, von dort aus ging es per Skidoo weiter.“ Die mitten im Skigebiet abgestellten Autos waren vor allem der Gemeinde ein Dorn im Auge – und so verknüpfte sie ihre Zustimmung zu einer wintersicheren Zufahrt mit der Auflage, mit einer Tiefgarage das Parkproblem nachhaltig zu lösen. Damit rannte die Gemeinde beim Hotelier offene Türen ein, „denn auch wir waren daran interessiert, das unbefriedigende Parkproblem zu lösen.“

Option offen gelassen

Planer Johann Muxel, der nicht nur für die Zufahrt samt Tunnel eine interessante Lösung entwickelte, fand auch für die Tiefgarage eine landschaftsverträgliche Variante, die zudem noch die Option einer Hotelerweiterung offen lässt. „Die Garage ist statisch so ausgelegt, dass mittel- oder langfristig darauf ein neuer Hoteltrakt aufgesetzt werden könnte, auch die dafür notwendige Infrastruktur wurde beim Garagenbau weitgehend berücksichtigt“, so Muxel.

<p class="caption">Behutsam in die Landschaft eingepasst führt die neue Zufahrt nun abseits von Skipisten zum Hotel „Walisgaden“.  </p>

Behutsam in die Landschaft eingepasst führt die neue Zufahrt nun abseits von Skipisten zum Hotel „Walisgaden“.

<p class="caption">Ein einzigartiges Kuriosum: „Wegen des Tunnels ist die hl. Barbara die Schutzpatronin des Projekts“, so Heike Straßhofer.</p>

Ein einzigartiges Kuriosum: „Wegen des Tunnels ist die hl. Barbara die Schutzpatronin des Projekts“, so Heike Straßhofer.

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