Aus dem Bericht der Stadtpolizei.

Zu jung für Raketen

Der Eindruck täuscht nicht. Selten war eine Silvesternacht so ruhig wie jene zum Jahreswechsel 2016/2017. Die Stadtpolizei Bregenz wurde zu keinem einzigen nächtlichen Einsatz gerufen. Etwas lauter ging es allerdings am Nachmittag zu. Abgesehen davon, dass Knaller prinzipiell verboten sind, dürfen auch erlaubte Feuerwerksköper erst nach 23 Uhr gezündet werden. Das war einigen jungen Herren im Alter von zwölf bis 14 Jahren offensichtlich nicht ganz klar. Sie wurden mit Feuerwerkskörpern der Klasse F2 (Kleinfeuerwerke wie etwa Raketen) erwischt. Pyrotechnische Gegenstände der Klasse F2 haben bekanntlich nichts in den Händen von Personen unter 18 Jahren verloren. Weder dürfen sie an diese verkauft, noch von diesen verwendet werden. Bereits am Vormittag, kurz vor 11 Uhr, wurde ein 13-Jähriger mit so einem Kleinfeuerwerk in seinen Händen erwischt. Es wurde ihm abgenommen und dem Vater übergeben. Dieser wurde über die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen aufgeklärt. Um 14.40 Uhr fiel ein 14-Jähriger auf, weil er die Feuerwerkskörper in einem durchsichtigen Nylonsack transportierte. Ihm wurden 30 Feuerwerkskörper abgenommen. Und um 15 Uhr spielte ein Zwölfjähriger am Spielplatz Mariahilf mit verbotenen Feuerwerksartikeln. Er wurde samt „Munition“ seiner Mutter überantwortet.

Lädiertes Kfz

Fahrzeuge, bei denen Bedenken bestehen, ob sie noch verkehrs- und betriebssicher sind, können zu einer außerordentlichen Überprüfung nach §56 KfG nach Lauterach beordert werden. Als den Polizisten um 23.23 Uhr in der Achsiedlungsstraße ein Auto entgegenkam, dessen linker Scheinwerfer verdächtig wackelte, hatten die Beamten ernsthafte Bedenken, ob das Fahrzeug noch verkehrssicher ist. Nicht ganz unbegründet, denn die Front des Wagens war leicht lädiert, und ein Scheinwerfer hing am sprichwörtlich „seidenen Faden“. Passiert sei der Unfall in Stuttgart, beteuerte der Fahrer, der sich mit dem nicht mehr ganz verkehrssicheren Auto bis Bregenz durchgekämpft hatte. So nicht, befanden die Beamten und „luden“ ihn zu einer außertourlichen Überprüfung nach Lauterach ein. Natürlich erst, nachdem der Schaden behoben ist.

Schneeballschlacht

Am Parkplatz zwischen Ilgagasse und Vorklostergasse lieferte sich eine Rasselbande trotz eisiger Temperaturen eine heiße Schneeballschlacht, was ja durchaus verständlich ist. Weniger Verständnis hatten jene Autofahrer, die ins Schussfeld gerieten. Sie riefen die Polizei, quasi als UN-Friedenstruppe, zu Hilfe. Beim Anblick der Uniformen verließen die Kinder blitzartig das Schlachtfeld und flüchteten in ein Vereinsheim gleich nebenan. Die Eltern wurden von den Beamten auf die Aufsichtspflicht aufmerksam gemacht und darauf, dass sie im Falle eines Falles für ihre Kinder haften, wenn sie diese Aufsichtspflicht vernachlässigten.

Zivilstreife

Für Ruhe und Ordnung sorgen in Bregenz nicht nur die uniformierten Polizeibeamten, sondern hin und wieder auch eine Zivilstreife. Zuletzt waren die beiden Beamten am Heiligen-Drei-Könige-Tag von 8.30 bis 12.30 Uhr unterwegs. Zwar entfiel der Freitag-Markt wegen des Feiertags, aber Beanstandungen gab es dennoch: Zwei Frauen wurden wegen aufdringlichen Bettelns vor der Herz-Jesu-Kirche fremdenpolizeilich überprüft und angezeigt, einer Kollegin, die am Kornmarktplatz ihr Glück versuchte, widerfuhr Gleiches. Betteln mit Kleinkind ist zwar verboten, aber einträglich. Dass das Verbot zahnlos ist, das wissen auch die Beamten, die die Anzeige schreiben. Denn mit einem Kleinkind am Arm wird die Ersatzfreiheitsstrafe nicht vollzogen. Bei einigen Bettlerinnen summieren sich die Geldstrafen bereits auf mehrere 10.000 Euro. Und zum Abschluss der Vormittagsstreife um 12.25 Uhr war ein Zeitungsverkäufer vom geschäftsschädigendem Verhalten der Polizisten so irritiert, dass er die Beamten wild beschimpfte, was für ihn nicht wirklich hilfreich war.

Randale

Einen Touristen plagte schon am Nachmittag eine trockene Kehle. Aber er wusste, wie man dem abhelfen könnte. Je später der Nachmittag wurde, desto größer auch der Durst und desto höher auch der Alkoholpegel. Schließlich wurde der Alkohol nicht nur dem Gast zu viel, sondern der Gast auch dem Mitarbeiter des Lokals. Er bat die Polizei, dass diese doch für Ruhe und Ordnung sorgen möge. Als die Freunde und Helfer erschienen, hatte der Kellner den störrischen Gast bereits vor die Türe gesetzt.

Platz versperrt

Dass die Schneefälle der letzten Tage für Autofahrer eine Herausforderung darstellen, gilt weniger für den fließenden Verkehr – die Fahrbahnen in Bregenz werden mustergültig geräumt – als vielmehr für den ruhenden Verkehr. Die Schneehaufen zu beiden Seiten der Straße engen den Spielraum ein, was natürlich für die Parkplatzsuchenden zum Problem wird. Allerdings nicht für alle Autofahrer. Diese stellen dann ihren fahrbaren Untersatz ganz einfach ab, gleichgültig, ob für größere Fahrzeuge als ein Smart noch ein Durchkommen möglich ist oder nicht. Wo allerdings der Stadtbus fährt, führt das zu ernsthaften Problemen. Vor der Gebhardskirche blieb am Sonntag ein Stadtbus im wahrsten Sinne des Wortes stecken, weil die Straße beidseitig zugeparkt war. Zuerst kümmerte sich die Polizei um den Bus. Dank der Einweisung durch die Beamten gelang die Millimeterarbeit am Steuer des Busses. Dann wurden die Strafzettel geschrieben. Zehn an der Zahl.

Renovieren statt Feiern

Den Feiertag nutzte ein Bregenzer, um eine Küchenrenovierung vorzunehmen. Um Küchenkästen aufhängen zu können, müssen bekanntlich zuerst Löcher in die Wand gebohrt werden. Der fleißige Heimwerker wartete mit den Bohrarbeiten bis zum Ende der Mittagsruh’ und begann erst kurz vor 15 Uhr mit den Bohrarbeiten. Das aber störte wieder einen Nachbarn, der die Meinung vertrat, ein Feiertag sei zum Feiern, aber nicht zum Arbeiten da und der daher die Polizei holte. Die Beamten stellten fest, dass die Mittagsruhe eingehalten worden war und daher kein Grund zum Einschreiten bestand.

Guter Schlaf

Sorgen um seine Freundin machte sich ein junger Mann. Sie nahm weder das Telefon ab, noch reagierte sie auf Sturmläuten an der Haustüre. Auch an der Arbeitsstelle konnte man dem jungen Mann nicht weiterhelfen. Als Retter in der Not sprang einmal mehr die Bregenzer Stadtpolizei ein. Ehe man noch einen Schlüsseldienst in Erwägung zog, versuchten es die Beamte ebenfalls mit Sturmläuten. Allerdings hatten sie mehr Ausdauer als der Freund – und das zahlte sich schließlich auch aus. Nach fast einer halben Ewigkeit öffnete die Verschollene mit verschlafene Augen die Haustüre.

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